Eines von einigen aktuellen Projekten        




                                   So sah es noch vor Kurzem aus (Bj. 1910):




                                                 Stand vom 14.05.2010


           

 

Die Sanierung umfaßt folgende Maßnahmen:

1.  Einbau 2-fach-verglaster Fenster
     Ug = 1,10 W/(m²K)

2.  Dämmung der Außenwände (belüftete Vorhangfassade, 12 cm Mineralfaser WLG 032)
     U-Wert = 0,26 W/(m²K)

3.  Einbau einer Fußbodenheizung im EG, auf der Basis von Trockenestrichelementen.
     8 cm Dämmung WLG 024, 2,2 cm WLG 035 und 2 cm WLG 045 
     U-Wert = 0,18 W/(m²K)

4.  Dachdämmung 23 cm (20 cm WLG 032 zwischen und 3 cm WLG 035 unter den Sparren)
     U-Wert = 0,18 W/(m²K). Einbau einer Dampfbremse mit einem sd-Wert > 100 m. Es wird
     besonders auf die luftdichte Ausführung der Folienanschlüsse, an die umgebenden Bauteile 
     wie Giebelwände etc., geachtet.

5.  Dämmung der obersten Geschossdecke (24 bzw. 47 cm WLG 035)
     U-Wert = 0,13 bzw. 0,08 W/(m²K); Passivhausstandard ist <= 0,15 W/(m²K) !

6.  Neue Dacheindeckung mit echtem Schiefer unter Beachtung, dass die neue Unterlagsbahn
     besonders diffusionsoffen ist (sd-Wert 0,02 m).  


7.  Einbau von dezentralen Be- und Entlüftungsgeräten mit bis zu 85 % Wärmerückgewinnung
     Die Schalldämmung beträgt 48 dB. AIRstatic-Filter der Klasse G2/G3 mit antibakteriell
     wirkender Oberfläche sind Standard. Andere Filterklassen sind möglich.
     Der Stromverbrauch liegt pro Gerät bei 1,5 bis max. 2,9 Watt.
     Die intelligente Steuerung der Geräte ermöglicht folgende Funktionen (die Kommunikation der 
     Geräte untereinander erfolgt über das 230V-Stromnetz, ohne zusätzliche Verkabelung):

       Feuchteüberwachung
       Über den Feuchtesensor im Gerät wird die Raumluftfeuchte permanent überwacht. Ab 55 % r.F. beteiligen sich
       alle einer Gruppe zugehörigen Geräte an der Raumentfeuchtung. Bei 50 % r.F. gehen die Stationen wieder auf
       Überwachung.

       Dauerlüftung
       Die Lüfter einer Gruppe arbeiten auf der vorgewählten Stufe zusammen.
 
       Stoßlüftung
       Alle 2 Stunden gehen die Lüfter kurzzeitig für 15 Minuten in Betrieb.

       Querlüftung
       Innerhalb einer Gruppe arbeitet die eine Hälfte der Stationen permanent auf Zuluft, die andere Hälfte auf Abluft. 
    
       Dieses
Programm eignet sich besonders für die Nachtauskühlung während der Sommermonate.


Hier die Variante mit dezenter Integration des Zu- und Abluftgitters, in den Fensterlaibungsbereich.

   

Der berechnete alte Heizenergiebedarf liegt bei 41.363 kWh/Jahr (Elektrospeicher-Einzelöfen).

Spezifischer Primärenergiebedarf vorher = 777 kWh/m² !

Aktuell würden die Beheizungskosten 7.138 Euro im Jahr betragen (RWE, 100 % Nebenzeit)

Der berechnete neue Heizenergiebedarf liegt bei 11.426 kWh/Jahr (Kombi-Pelletsheizung).
Spezifischer Primärenergiebedarf neu = 39,8 kWh/m².
Bei Pelletspreisen von 225 Euro/to betragen die Heizkosten rd. 514 Euro im Jahr (Abnahme 6 to). Die Anlage kann auch Scheitholz verarbeiteten. Dann sinken die Heizkosten nochmals.

Die berechnete Primärenergie-Einsparung liegt somit bei 737,2 kWh/m² !
Der Heizwärmebedarf verringert sich um 29.937 kWh bzw. rd. 3.000 Liter Öl pro Jahr.

Die Heizkosteneinsparung gegenüber dem ungedämmten Zustand des Hauses, mit Strom-heizung, beträgt bei Pelletsbetrieb 6.624 Euro pro Jahr. Wird Scheitholz genutzt, liegt sie entsprechend höher.

Die Bauherren legen besonderen Wert auf die Erhaltung der Gestalt der Fenster und der Fassade. Daher wird das Gebäude z.T. wieder neu verschiefert.
Insbesondere wurden die noch vorhandenen Original-Innentüren incl. Bekleidungen verwahrt und werden demnächst wieder in neuem Glanz erstrahlen.
Die Fenster werden innen wieder mit Holzbekleidungen versehen. Außen werden weiße Faschen, um die Fenster, den Charakter der Fassade unterstreichen.

Im Rahmen einer KfW-Finanzierung werden 15 % des Darlehens, als sog. Tilgungszuschuß, nach Abschluss der Maßnahmen, dem Darlehnskonto gutgeschrieben. Es besteht die Wahl, ob sich dies Laufzeit verkürzend oder zur Senkung der Darlehnsrate auswirken soll.

Die Dämmmaßnahmen wirken sich nicht nur energiesparend, sondern insbesondere auch auf die Behaglichkeit aus.

Zur Erläuterung zwei senkrechte Schnitte durch Außenwände und Kellerdecke, als Isothermenbilder (Bilder mit farbigen Linien gleicher Temperatur). Blau bedeutet hierbei kälter und rot wärmer:

1ee
Ist-Zustand seit 1910

3er
Ab Winter 2010

 

Die Oberflächentemperatur, an der Innenseite der Außenwand, erhöht sich um über 9 °C (Ver- doppelung gegenüber vorher).
Am besonders kritischen Punkt, dem Fußsockelbereich, steigt die Temperatur von 8,8 °C auf 16,5 °C. Eine Temperatur unter 12,6 °C soll an keinem Punkt einer Konstruktion unterschritten werden, da sich ansonsten Schimmelpilze entwickeln können.

Dass es bisher zu keinen Schäden gekommen ist, liegt an Folgendem:

1. den undichten Fenstern (Rahmen mit Einfachverglasung von 1910). Durch die unkontrollierte Be- und Entüftung wurde Luftfeuchtigkeit und leider auch wertvolle Heizenergie abgeführt und

2. die Raumtemperatur wurde nicht auf 20 °C, sondern auf 24 °C gehalten. Hierdurch ergaben sich dann eine höhere Oberflächentemperatur der umgebenden Bauteile und leider wiederum ein höherer Heizenergieverbrauch.


         
                                                                
Hier noch ein Originaldokument von 1910 - Die statische Berechnung des Hauses:



Man glaubt es nicht, wenn man es nicht gesehen hat - knapp eine halbe DIN-A4-Seite!
Heute werden daraus z.T. 100 und mehr Seiten. Das Haus steht bisher 100 Jahre und trotzt allen Widrigkeiten.



Wird fortgeführt.